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Elena Frolova bereichert mit ihrer Stimme den russischen und den weltweiten Kulturschatz. In seiner Vielseitigkeit sprengt ihr Werk den Rahmen des traditionellen Genresystems. Sie vertont klassische und zeitgenössische Poesie, wobei in die einzigartigen, originellen Melodien auch Traditionen der russischen Folklore sowie des russischen geistlichen Gesangs einfließen. Gleichzeitig sind ihre Kompositionen offen für Melodien und Rhythmen anderer Länder.

Auf dem 2. Unions-Liedfestival in Tallinn 1988 feiert Elena Frolova ihr Debüt als Autorin und Interpretin. Die Originalität und die Macht ihrer Begabung werden von solchen Koryphäen des poetischen Liedes wie Sergej Nikitin, Elena Kamburova u.a. erkannt und entsprechend gewürdigt.

Der Dichter und Liedermacher Andrej Anpilov schreibt: "Von den ersten Worten an spürte man beinah physisch ihr seltenstes, erstaunliches sängerisches, aber vor Allem auch geistiges, Talent. Und dessen Grenzen waren nicht auszumalen! Ich werde nie vergessen, wie Frolova einmal in einem Lied von Strophe zur Strophe die energetische Höhe steigerte. Und als es bereits nicht mehr möglich schien, sie diese doch noch weiter anhob. Elena ging mit einer solchen Leichtigkeit, als ob sie es gar nicht bemerkte, in einen anderen Raum über, der für uns jenseits aller Vorstellungen lag. Es war wie ein Wunder."

Der Fokus von Elena Frolovas Arbeit liegt in der Vertonung der Gedichte russischer Poeten des Silbernen Zeitalters; wie Marina Tsvetaeva, Alexander Block, Anna Achmatova, Andrej Belyj, Osip Mandelstam, Sofia Parnok, Arsenij Tarkovskij, sowie der Dichter, die der Tradition des Silbernen Zeitalters folgten, wie Joseph Brodsky und Leonid Gubanov. Diese hohe Poesie lässt sich nur in seltensten Fällen adäquat in die Sprache des Liedes übersetzen. Das Werk von Elena Frolova ist so ein Fall. Ihre musikalischen Interpretationen schwieriger und vielschichtiger Texte verblüffen durch ihre Kühnheit, Kraft und Präzision. "Das ist nicht mal mehr allein die Feinfülligkeit dem Wort gegenüber, sondern ein Spürsinn für das, was hinter den Worten liegt" (V. Genin). Diese poetisch-musikalischen Zyklen, unter denen der Liederzyklus nach den Gedichten von Tsvetaeva besonders hervorzuheben ist, bringen ihr schließlich Berühmtheit unter den Liebhabern der Poesie, des Autorenliedes und des poetischen Liedes.

Eingeladen von Elena Kamburova zieht Elena Frolova nach Moskau und beginnt ihre Arbeit im Theater der Musik und Poesie. Hier lernt sie Vera Jevushkina kennen, eine andere bedeutende Liedermacherin. Es entsteht das Duo namens "VerLen", das im Laufe der nächsten Jahre große Bedeutung für das Werk und die individuelle Entwicklung von Frolova haben wird. Das Repertoire des Duos umfasst Lieder zu den Texten von Tsvetaeva, Block, Brodsky und anderen klassischen und zeitgenössischen Dichtern. Vera und Lena* bereisen Anfang der 90-er Jahren ganz Russland, sie singen in Sibirien, im Ural, im Fernen Osten sowie in Moskau und St. Petersburg. 1992 erhält Elena Frolova den Vera-Matveeva**-Musikpreis. Das ist auch der Zeitpunkt der Veröffentlichung ihrer ersten Alben, die im Studio "Sibirski Trakt" in Kazan von Valeri Mustafin aufgenommen werden. In diesen Jahren beginnt Elena auch eigene Texte zu vertonen.

1993 ist das Jahr der Gründung der Künstlervereinigung "ASiA". Mitglieder der Vereinigung sind die vier Autoren: Tatjana Aljoshina, Alexander Derevjagin, Nikolaj Jakimov und Elena Frolova. "ASiA" distanziert sich von den Schablonen des Bardenliedes und vereinigt in ihren Werken die hohe, originelle Musikkunst mit Theaterelementen. Es entsteht eine neue Form des Konzerts - die Improvisationsform. Ein spontaner Dialog der Lieder, der einer Jazz-Session am nächsten kommt. Dabei bleiben die "ASiA"-Mitglieder, jeder für sich, selbständige, unabhängige Autoren. Ihre Vereinigung hat den Charakter eines Freundschaftskreises. Viele Musiker, Autoren und Unterstützer von "ASiA", bilden, in gewisser Hinsicht, eine neue und attraktive Erscheinung in der russischen Kultur. Diese Erscheinung leistet der Kommerzialisierung und Abgeschmacktheit der Liederkunst ernsthaften Wiederstand. Die Freundschaft und der langjährige Dialog mit ihren "ASiA"-Gefährten entwickeln sich zu den wichtigsten Schritten im künstlerischen Werdegang von Elena Frolova. Sie ist zweifelsohne eine der führenden Persönlichkeiten in dieser Kulturbewegung.

1995 zieht Elena Frolova von ihrer Geburtsstadt Riga nach Suzdal, eine altrussische Stadt. Das ist, in gewisser Weise, eine "umgekehrte Emigration", denn Suzdal ist die Heimat ihrer Vorfahren. Dieser Umzug ist nicht nur ein Teil ihrer Biographie, sondern auch der Anfang einer neuen Etappe ihres Schaffens. Gerade dort, in Suzdal, entdeckt Elena für sich die russischen Volkslieder und den russischen geistlichen Gesang. Sie lernt Gusli spielen, ein altertümlicher Musikinstrument. Sie schreibt auch eigene Lieder, die die Volkstraditionen wiederspiegeln. Elena nennt sie: "Meine russischen Volkslieder".

Die Beachtung altertümlichen Traditionen, eigene Liederkunst, Liederzyklen zu den Gedichten zeitgenössischer und "wiederentdeckter" Poeten wie Veniamin Blazhennyj, Anna Barkova und Dmitri Strotsev - das alles wächst aus denselben Wurzeln und hat, im Grunde, denselben Zweck: das Gespräch von Mensch zu Mensch über das Wichtigste und das Bedeutendste - über die lebendige menschliche Seele, die liebt und leidet. So kann man die Werke Frolovas mit Recht als "zeitgenössischer geistlicher Gesang" bezeichnen.

Es entsteht also die Verbindung zwischen der alten, fast vergessenen Tradition und der spirituellen Suche des modernen Menschen. Elena Frolova betont immer wieder, dass die Katastrophen des vergangenen Jahrhunderts zur Auslöschung des fruchtbaren Bodens, der die Kultur des alten Russlands nährte, geführt haben. Ihre Aufgabe und die Aufgabe ihr gleichgesinnter Autoren sieht Elena in dem Wiederaufbau dieses Bodens.

Ab der zweiten Hälfte der 90-er Jahren bereist sie Europa: sie singt in Deutschland, in Frankreich, in Italien und in der Schweiz. Es ist nicht mehr ausschließlich russisches Publikum, das ihre Konzerte besucht. Auch die Musikliebhaber, die kein Russisch sprechen, verfolgen ihre Auftritte mit großem Interesse und mit Bewunderung. Der europäische Zuhörer entdeckt in Elena Frolova die Verkörperung des modernen Russlands. Ihre Stimme, ihr musikalischer Talent, ihre Expression, die absolute Aufrichtigkeit und Offenheit ihres Werkes haben keine Übersetzung nötig.

Elena Frolova veröffentlichte zwei Soloalben in Frankreich und in Deutschland. Das große Interesse an ihrem Werk ist die Folge des gerade erwachenden Interesses der Öffentlichkeit an der Weltmusik. Das Verlangen der Menschen nach wahren, authentischen Stimmen verschiedener sängerischer Traditionen und Kulturen, im Kontrast zu den Stereotypen der kommerziellen Popkultur, ist groß. Die Stimme der Sängerin und Autorin Elena Frolova erklingt als vollberechtigter Mitglied in diesem wichtigen und aktuellen Kulturdialog.


*Lena - russische Kurzform von Elena
**Vera Matveeva - russische Liedermacherin, starb im Alter von 32 Jahren an Gehirntumor.

 

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