Home
Biografie
About
Press release
Diskografie
Links
Kontakt
 Deutsch           Russisch           Englisch             Französisch        Italienisch
 
 

 

Foto: M.Kabakova

 

1. Dr. Hannelore Umbreit. Elena Frolova

2. Der Klang der russischen Seele

3.Johannes Mundry. Russische Schwermut im Lied ausgekostet

4. I nuovi cantautori, bohemien e professionisti di Elena Frolova (Intervista di Mara Quadri) © 2003 Nuova Europa 1/2003 (ital.)

5. Virginie Boillet. Elena Frolova " Zerkalo" (franz.)

6. Yelena Frolova "Dorozhen'ka" ("My Path") (engl.)


Elena Frolova

Das Geistesleben in Rußland ist undenkbar ohne seine Barden Mit ihrer "Gitarrenpoesie" sind die sogenannten Autorenlieder doch über Jahrzehnte hinweg - seit Mitte der 50er Jahre bis heute - weitaus mehr als nur ein musikalischliterarisches Genre: nämlich ein gesellschaftlich-soziologisches Phänomen. Diese unverwechselbar russische musikalische Ausdrucksform, die weder mit dem folk song, noch mit dem Chanson westlicher Prägung zusammenfällt, büßte auch nach dem Tode ihrer namhaftesten Protagonisten Wladimir Wyssotzki, Alexander Galitsch und Bulat Okudshawa nichts an Bedeutung und Faszination ein. Ohne spürbare Generationskonflikte eroberten und erobern neue Stimmen die Bühnen der Liedtheater, Bardenkaffees und Open-Air-Konzerte.

In diesem Kreis hochtalentierter, bis zur Eigenwilligkeit unverwechselbarer junger Liedpoeten ist Jelena Frolowa Kopf und Seele, Rückhalt und Galionsfigur. Jelena Frolowas Balladen und Lieder, geprägt durch außerordentliche musikalische Expressivität und eine ureigene Poetik, sind nicht etikettierbar. Zusammen mit ihrer faszinierenden Stimme, der puristisch strengen und doch alle Sinne - bis zur Erotisierung - fesselnden Vortragsweise ergeben sie "das Gesamtkunstwerk" Jelena Frolowa.

Das lyrische Universum dieser Künstlerin bilden eigene und fremde Gedichte, wobei sie an letzteren nicht der "große Name" reizt, sondern allein der Widerklang, die Affinität zu ihrem eigenen Denken und Fühlen. So stehen in Jelena Frolowas Konzerten Vertonungen von Gedichten Jossif Brodskis, Anna Achmatowas und Marina Zwetajewas bruchlos neben Texten kaum bekannter junger Lyriker der Gegenwart wie Marina Gerschenowitsch oder versessener Poeten der frühen Sowjetzeit wie Sofja Parnok.

Jelena Frolowa legt in diese Texte hinein, was sie selbst im Innersten bewegt: ihre ganz persönliche Wahrnehmung von Welt, fernab von allen modischen Stereotypen. Verlust und Trauer, unglückliche Liebe, Tod, Flucht, Fernweh und Glauben haben darin ebenso einen Platz wie die bis heute tabuisierten Themen Suizid oder gleichgeschlechtliche Liebe. Sehr gern "überträgt" Jelena Frolowa dabei Menschliches auf Tiere - besonders Vögel - und Pflanzen, was an echte, nicht folkloristisch verunstaltete russische Volksmusik erinnert. Und läßt sie historische Figuren oder Gestalten, der Bibel - wie etwa Maria Magdalena - sprechen, so führen diese Lieder-Monologe, ja Lieder-Gebete unmittelbar zu den musikalischen Traditionen der Russisch-Orthodoxen Kirche.

Die rückhaltlose Offenbarung des Menschen Jelena Frolowa in den Liedern der Sängerin Jelena Frolowa verlangt einen vertrauensvollen Adressaten, die Intimität des ernsten Zwiegesprächs zwischen Künstler und Publikum, was die Vorliebe der Interpretin für "Säle mit Seele" und "Zuhörer mit lebendigen Augen" erklärt.

Wobei dieser Zuhörer durchaus auch einem nicht-russischen Kulturkreis angehören kann, wirken Zauber und Faszination der Lieder doch über alle Sprachgrenzen hinweg. Sie sind im besten Sinne ein Stück Esperanto unverfälschter menschlicher Expressivität.

Dr. Hannelore Umbreit
1999

Zum Anfang

Der Klang der russischen Seele
Leipziger Volkszeitung, MTL, 08.06.2004

Konzert der Moskauer Liedermacherin Jelena Frolowa
Kaditzsch (kb). Mit einer unvergleichbaren Stimme voller Wärme, Kraft und Seele zog Jelena Frolowa die Besucher ihrer CD-Premiere in der Studiogalerie Kaditzsch in ihren Bann. Bereits 2001 waren die "Geistlichen Gesänge" - Lieder mit Gusli-Begleitung - mit der Moskauer Liedermacherin in der Döbener Kirche aufgenommen worden.

Die Produktion des Denkmalschmiede-Labels Beöton war dieses Frühjahr erschienen - eine in mehrfacher Hinsicht aufwändige Produktion.
In ihrem Konzert faszinierte Jelena Frolowa das Publikum
jedoch nicht allein mit geistlichen Gesängen und der Gusli, einem alten russischen Instrument. Auch die Gitarre kam bei russischen Volksliedern, Eigenkompositionen und Liederzyklen zum Einsatz. Jeder Zuhörer spürte, wie tief die Liedermacherin selbst bewegt ist von dem, was sie hörbar macht. Eine Sprachbarriere existiert da keinesfalls. Im Gegenteil - der poetische Klang russischer Sprache kommt nirgends besser zur Entfaltung als im Lied.
Jelena Frolowa dankte dem Publikum und brachte zum Ausdruck, wie wichtig es ihr ist, vor "Zuhörern mit lebendigen Augen" in "Sälen mit Seele" zu singen. - Die CD kann über die Denkmalschmiede Höfgen bezogen werden.

 


Mit der Gusli:
Jelena Frolowa in Kaditzsch.
Foto: kb

Zum Anfang

Russische Schwermut im Lied ausgekostet

Hessische/Niedersächsische Allgemeine, 16 Dez., 1993; Nr.293, S. 34

KASSEL "Werlen" nennt sich das Moskauer Duo Wera Je-wuschkina und Jelena Frolowa, das auf Einladung des Archivs Frau und Musik im Dock 4 gastierte. Als Komponistinnen angekündigt, erwiesen sich die Künstlerinnen jedoch eher als Liedermacherinnen, die selbstvertonte Gedichte zur Gitarre vortrugen. Im Mittelpunkt des ersten Teils stand dabei die russische Lyrikerin Marina Zweta-jewa (1892-1941), deren Werk ein Strahlpunkt für die russische Frauenbewegung ist.

Nacht- und Todesmystik, eine tief resignative Stimmung bei der Erkenntnis des eigenen - weiblichen - Ich sprechen aus den Gedichten, die jeweils von Sabine Wackernagel deutsch rezitiert wurden. Immer wieder scheint ein zarter Symbolismus auf, etwa im Bild der betauten Holunderbeere, in der sich die Welt spiegelt. Die Musik kostet diese Schwermut voll aus, bringt die erwarteten Russischen Melodien und Stimmungen. Eine hohe technische Fertigkeit auf dem Instrument und eine breite Palette an stimmlichen Abschattierungen (besonders bei Jelena Frolowa) stellen die Lieder der beiden jedoch weit über dünnes Liedermachergeklimper.

Fünf an Seilen aufgehängte Glocken werden zu den Liedern sparsam angeschlagen -als Evokation einer unendlichen seelischen Tiefe überaus wirkungsvoll. Am Ende erloschen die Scheinwerfer, und die Interpretinnen traten hinter einem per Dia projizierten Porträt der verehrten Dichterin Zwetajewa zurück. "Wiedergeburt" war denn auch der ganze Programmteil überschrieben.
Eine andere Saite aus dem Repertoire der Sängerinnen wurde als Abschluß angeschlagen. Liebeslieder auf Texte verschiedener Dichter holten das Publikum zurück in heitere Gefilde.

Johannes Mundry

Zum Anfang

 

 

Home
Biografie
About
Press release
Diskografie
Links
Kontakt